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Die Erfindung des AntiNass Weckapparats



Ein Blick in das AntiNass Museum

1932 als Ernst Bieri, wohnhaft in Laupen (BE), 18jährig war, wurde er in seiner Familie mit den Schwierigkeiten, welche die Enuresis mit sich bringt, konfrontiert.

Jede Nacht nässte sein junger Bruder das Bett, was für seine Mutter ein wahres Kopfzerbrechen wurde. Es versteht sich von selbst, dass es damals weder Wegwerfwindeln noch Waschmaschinen gab. Ernst Bieri fühlte sich von diesem Problem angesprochen und suchte dann auch eine Lösung dafür.

Als Elektrikerlehrling, von den neuen Möglichkeiten dieses Berufs begeistert, orientierte er seine Suche logischerweise auf diesem Gebiet.
Ihm wurde klar, dass ein Apparat, der im Moment des nächtlichen Nässens ein Signal gab, einerseits verhindern konnte, dass sein Bruder die Bettwäsche ganz nass machte, andererseits, dass er die ganze Nacht in seinem nassen Bett lag. Aber bevor er sich mit irgend einer Erfindung zu befassen begann, wollte er zuerst verstehen, was während des Schlafs seines Bruders vorging.

Mit viel Geduld hat er ihn Nacht für Nacht beobachtet, was zur Feststellung führte, dass er jedesmal vor Beginn des Nässens unruhig wurde, ohne jedoch aufzuwachen. Dieser Tatbestand gab den Anlass einen Apparat zu entwickeln, der mit einem Nässefühler den Urin aufspüren und seinen Bruder bei Beginn des Nässens durch ein akustisches und optisches Signal augenblicklich wecken konnte.
Nach wenigen Wochen der Benutzung dieses Apparats konnte er feststellen, dass sein Bruder nicht nur wach wurde und sein Bett nur ganz wenig nass war, sondern dass er in kurzer Zeit seinen Urin immer länger zurückhalten konnte, da sich der Moment des Nässens bis auf den Morgen verschob. Schliesslich war er von seiner Enuresis ganz geheilt und konnte wieder froh werden, wie auch seine Mutter.

Nach dieser glücklichen Erfahrung wünschte Ernst Bieri, dass auch andere Kinder mit seiner Erfindung geheilt würden. Dies wurde ab 1933 Wirklichkeit.

Da nur sehr geringe finanzielle Mittel zur Verfügung standen, musste dieser erste Apparat verkauft werden, um dann weitere herstellen zu können, die wiederum verkauft werden mussten. Dann machte er den Hausarzt, Herrn Dr. E. Müller-Pradervand in Laupen, mit dieser Erfindung bekannt. Dieser war, wie erwartet, gross interessiert und wünschte einen Besuch, zwecks Vorführung in seiner Praxis, denn er wusste wie hartnäckig die Enuresis nocturna allen Therapien, die nicht auf suggestiver Basis fundieren, trotzt.

Sein Zeugnis vom 16. Juli 1936 bestätigt die Nützlichkeit des AntiNass Weckapparats. Er bezeugt darin, dass er dieses Gerät bei vielen seiner Patienten ausprobiert hat und dass alle ihm nach einigen Wochen das "Wunderkästchen" mit leuchtenden Augen zurückgebracht und erklärt haben, sie brauchten es nun nicht mehr.

Herr Dr. Müller-Pradervand hat Ernst Bieri beim städtischen Schularztamt in Bern bekannt gemacht, wonach der AntiNass Weckapparat sogleich in den meisten Kinderheimen, Erziehungsanstalten und ähnlichen Institutionen für den Dauergebrauch bestellt wurde. Der AntiNass wurde zuvor unter der Nummer 185773 patentiert.
 


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